Kategoriearchiv - Selbsterfahrung

Maske in der Bahn von München nach Salzburg

Ein Traktat!

Eine Dame 70 Jahre berichtet am 4.3.2021

Ausgestattet mit einem Attest von einem Professor und ein Lungen-Herz-und Generalleiden ertragend, bestieg sie den Zug von München nach Salzburg. Nur, um keine anfänglichen Probleme einzuhandeln, trug sie die für sie unerträgliche FFP2 Maske im Gesicht. Sie müßte damit durch den gesamten Bahnhof rennen, immer wieder nachdenkend warum das so ist in Gottes freier Natur, die wissenschaftlichen Untersuchungen über die Aerosole in geschlossenen Räumen im Gedanken schwebend. Sie tat es nicht, weil es körperlich gar nicht ging.

Auf dem Platz in der 1. Klasse ankommend, zog sie die Maske unter das Kinn, veratmete die Anstrengung und die fehlende Sauerstoffdosis, die durch den kurzen CO2 Überschuß unter der Maske in der Atemluft und in Ihrem Blutkreislauf entstanden war und setzte sich, den Herrn, 2,50 Meter auf der gegenüberliegenden anderen Fensterseite sitzend, freundlichst grüßend.

Es kam die Schaffnerin, mittlerweile saß die Maske unter der Nase der Dame. Die Schaffnerin schnauzte folgendes:

Maske hoch unter die Nase, Maske hoch unter die Nase, höher, höher, das reicht nicht. Wo sam’ma denn?

So schön so gut. Die Dame erinnerte sich an folgende Tonlage und Haltung:

Sie fühlte sich in diesem Moment wie in einem Tollhaus, eine gefängnisartige Beschallung, gnadenlos, dümmlich, uninformiert, machtdumm und triumphierend im Kleingeist endlich alles ausspielen zu können, sozusagen das Repertoire der vermeintlichen Diktate. Natürlich tat sie wie befohlen, weil die Dame wußte, dass das Ankunftsziel durch Polizeieinsatz und bekannte Nichtakzeptanz in den nächsten Stunden unerreicht bliebe. So etwas nennt ein Richter Nötigung, die Drohung mit einem empfindlichen Übel, wenn man nicht macht, was der andere, der am längeren Hebel, sitzt will- warum auch immer! Unterwerfen ist eine Zwangshaltung, die einer Nötigung folgt. Hätte es eine Alternative gegeben, den aufrechten Bürger im Rücken spürend? Rosa Luxemburg hätte es anders gemacht. Aber nicht jeder ist so wie Rosa!

Keiner wußte etwas über ein Attest oder fragte danach. Nachdem der Kasernenton verklungen samt der Schaffnerin, zog die Dame die Maske wieder unter das Kind. Fast zeitgleich bemerke sie, dass der nette Nachbar sich sofort ins Nebenabteil entfernte. Vermutlich, so die Dame meinend, er habe dort besseren Empfang für sein Handy, mit dem er sich beschäftigte. Nun weiß die Dame, dass Sie ein Närrin war das zu glauben. Etwas später flog die Tür des Abteils wieder auf, die Dame hatte den Anflug der Schaffnerin schon „spitz“ gekriegt, setzte die Maske auf und sah sich mit der Bahnwärterin wieder konfrontiert mit folgendem Dialog:

Sie, gell, ich sag es das letzte Mal, das letzte Mal, wo sam mer denn?
Der Herr hat mich alarmiert…
der hat Angst vor „erna“ d.h. vor Ihnen.

Die Dame war über das Verhalten des heimlichen Denunzianten betroffen, nicht verwundert oder nicht verwundert und dennoch betroffen auf jeden Fall aufs Neue überrascht. Da zeigt sich eine Ohnmacht, die nach Macht in Form dieser Bahn-Wärterin sucht und auch findet.

Die Dame hatte in einer anderen Zugfahrt von zwei Schaffnern erfahren, wie stark der Druck von „oben“ der Geschäftsleitung auf diese „Querdenker“ ist aber wie stark auch der Druck aus den Reihen der Mitreisenden ist die Maske tragen zu wollen. Eine Ausnahme, dass ein alter Mensch keine lange Zeit damit sitzen oder sich bewegen kann, weil er keine Luft bekommt und leidet, gibt es nicht. Der Gedanke an das Einräumen dieser Möglichkeit besteht nicht. Das ist das eigentliche Thema dieser Darstellung, dass es keine Ausnahme und keinen Platz für diese Anderen gibt.

Der Denunziant ist ein Thema von besonderer Art und Güte.

Rechtslage: Die Ausnahme steht in der zur Zeit 11. Baylfsmv und besagt, dass die Glaubhaftmachung des Nichtbestehens der Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen ausreicht. Ich würde das Attest vorlegen ohne die Anschrift des Arztes. Das Attest wird nur vorgelegt. Ein Kopieren oder in die Hand nehmen gibt es nicht und braucht es auch nicht. Eine Schaffnerin ist nicht für diese Prüfung zuständig, sondern nur das Gesundheitsamt. In der Praxis läuft es aber so. Wenn es Probleme gibt, sollte man eine Strafanzeige machen. Es gibt auch eine Klage gegen die Schaffner und die Bahn nach dem Antidiskriminierungsgesetz. Dafür sollte man sich aber Zeugen beschaffen. Ein Unterfangen, das schwierig ist in diesen Zeiten.

Am Katzentisch der Deutschen Bahn im Intercity 4. März 2021

Ich fahre gerade mit dem Intercity…

Nachdem ich mich vor dem Besteigen des Zuges bei dem Schaffner meldete, um mein Attest vorzuzeigen, wollte man das gar nicht sehen und war sehr sehr freundlich.

Ich setzte mich auf meinen freigewählten und reservierten Platz im fast leeren Großraumwagen. Der Schaffner kam zu mir und teilte mit, dass ich wegen der ANDEREN gehen müsse und offerierte mir ein eigens für mich freigehaltenes Abteil am Ende des Zuges mit wenig Publikumseinblicken. Auf den ersten Blick fast schon die von mir so gewöhnte FIRST-CLASS Premium-Behandlung, juristisch ist das allerdings eine Diskriminierung und Gesetzesverletzung auf die FEINE Art.

Die Verordnungslage ist klar. Es gilt die Ausnahme bei sachlichem Grund einer schweren Erkrankung vom Zwang der Maskenpflicht. Daher hätte ich auf einem Platz sitzen bleiben müssen. Die Bahn ist gesetzlich daran gebunden und kommt nicht aus.

Da aber die Bahn die Palastrevolte verhindert und die Anpassungsstimmung der übrigen Maskenträger nicht in den Aufruhr   treiben will, werden so Leute wie ich premium-diskriminiert.

Ein Verstoß gegen Art. 1-3 GG des Antidiskriminierungsgesetz. Eine subtile feinverletzende Art eines un-selbstbewußten Management.